Arsenal öffnete in Cardiff die Tür für einen Trainerwechsel und holte sich den Community Shield.

Die Sommernacht im Millennium Stadium von Cardiff wurde von einer rot-weißen Figur in zwei Hälften geteilt: Skelly spielte einen Steilpass durch die Mitte, Calafiori nahm den Ball an und schob ihn ins Tor. Die Uhr hatte gerade einmal 24 Sekunden angezeigt, als der Ball an Donnarumma vorbei ins leere Tor rollte – das schnellste Tor in der 118-jährigen Geschichte des Community Shield. Dann köpfte Havertz in der 28. Minute, und Ødegaard dribbelte zu Beginn der zweiten Halbzeit am Torwart vorbei und schob den Ball ins leere Tor. Alle drei Tore fielen aus dem Spiel heraus, ohne Eckbälle oder Standardsituationen. Arteta widerlegte damit das Image der „Eckball-Mannschaft“, das in der letzten Saison kritisiert worden war. Nach dem Schlusspfiff wurde das rot-weiße Arsenal Fußballtrikots hochgereckt, um den Community Shield zum 18. Mal zu gewinnen und sich nach drei Jahren wieder den Titel in der Saisonvorbereitung zu sichern. Die Gunners nutzten ihren fulminanten Auftakt, um der Premier League zu zeigen: Wer an vier Fronten kämpft, ist nicht nur dabei, um mitzuschwimmen.
Das Auffälligste an diesem 3:0-Sieg war nicht das Ergebnis, sondern die gegnerische Mannschaft. Nach Guardiolas Abgang feierte das blaue Manchester City Fußballtrikots sein Debüt in der Ära nach der Dynastie. Sein Nachfolger Maresca brachte zwar Chelsea-typischen, ballbesitzorientierten Fußball mit, konnte Guardiolas Defensivstärke aber nicht erreichen – Haaland blieb über die gesamte Spielzeit unsichtbar, die Abwehr brach nach nur zwei Steilpässen zusammen, und trotz 51 % Ballbesitz gelang ihnen nur eine klare Torchance. Arteta, ebenfalls ein Schüler Guardiolas, hatte seine Assistenztrainer-Techniken bereits zu einem Meisterschaftsfundament für Nordlondon ausgearbeitet, während Marescas Debüt einem unfertigen Film glich: Der Plan war da, aber das Licht hatte ihn noch nicht durchdrungen. Der Community Shield ist zwar kein Gradmesser für die Leistung von Spielern, aber die City-Fans konnten nicht so tun, als hätten sie es nicht gesehen. Rodris Mittelfeldmotorik und De Bruynes präzise Pässe in die Tiefe gerieten zusammen mit Guardiolas blauem Trikot in Vergessenheit.
Ein Pokalspiel kann zwar nicht über das Schicksal der Nation entscheiden, aber es hat beiden Teams einen Vorgeschmack auf ihren Herbst gegeben: Kann Arsenal seine Spielstärke bis April beibehalten, werden die Titelverteidigung in der Premier League und der erste Champions-League-Titel der Vereinsgeschichte nicht länger nur leere Worte bleiben. Manchester City hingegen muss sehen, ob Maresca das blaue Trikot von Manchester City wieder in die Erfolgsroutine integrieren kann – nicht durch die Kopie von Guardiolas ballbesitzorientiertem Spielstil, sondern durch die Entwicklung einer eigenen Siegesstrategie. Der 24-Sekunden-Blitzangriff mag verblassen, aber die beiden Leistungen der Rot-Weißen und der Hellblauen am Vorabend des Augusts bieten den Fans genug Gesprächsstoff bis zum Anpfiff des ersten Ligaspieltags.