Als das mit dem Vereinswappen bestickte Real Madrid Fußballtrikots im spanischen Supercup-Finale erneut gegen die Blaugrana verlor, endete ein kurzes, siebenmonatiges Gastspiel als Trainer abrupt. Xabi Alonso, der Bayer Leverkusen zu Wundern geführt und deren rot-schwarzes Bayer 04 Leverkusen Fußballtrikots im deutschen Fußball zum Strahlen gebracht hatte, konnte seinen Erfolg letztendlich nicht im Bernabéu wiederholen. Die Supercup-Niederlage war lediglich der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte – die beeindruckende Siegquote des jungen Trainers von 70,6 % schien auf Real Madrids Skala, auf der nur Meisterschaften zählen, plötzlich brüchig.

Alonsos Entlassung war kein Zufall. Seine systematische Taktik kollidierte heftig mit der Starkultur in der Kabine von Real Madrid, und seine datenbasierten, idealistischen Reformen stießen auf heftigen Widerstand der traditionellen Kräfte. Als sich die akribische Taktikplanung immer weiter von der Umsetzungsbereitschaft der Spieler entfernte, wurde das weiße Trikot von Real Madrid, ein Symbol des Ruhms, zur Barriere. Im Bernabéu zählt nur der Erfolg; die Meisterschaft ist das einzig gültige Gut.

Der rasche Trainerwechsel bei Real Madrid ist bezeichnend: Jugendakademie-Legende Arbeloa übernahm das Ruder und führte ein Hybridsystem aus schnellen Kontern und hohem Pressing ein – scheinbar eine Rückkehr zu den Traditionen von Real Madrid und gleichzeitig ein Kompromiss mit ihnen. Von Alonsos radikalen Reformen bis zu Arbeloas pragmatischen Anpassungen spiegelt diese Trainer-Saga einen fundamentalen Konflikt zweier Fußballphilosophien wider. Der systembasierte Fußball, verkörpert durch das Leverkusener Trikot, das Zeuge des Wunders von Bayer Leverkusen war, und die Superstar-Kultur und der unmittelbare Ruhm, die das Trikot von Real Madrid symbolisieren, finden letztlich keine gemeinsame Basis. Unter dem grellen Scheinwerferlicht des Bernabéu wurde der Glanz des Idealismus einmal mehr von der Härte des Realismus überschattet.